[030] Filmkritik: Schubert in Love

in Filmkritik/Kino

Olaf Schubert ist eine echte Marke. Der hagere Typ mit dem schütteren Haar, der bevorzugt einen gelben Pullunder mit Karomuster trägt, ist durch seine Auftritte im Fernsehen weit über die Grenzen Dresdens bekannt geworden. Nun erobert der Komiker und Musiker auch die große Kinoleinwand.

Hier spielt Olaf Schubert natürlich niemand anderen als Olaf Schubert. Der treibt etwas ziellos durch sein Leben, trinkt gerne Tee, pflanzt Bäume und arbeitet an einem Musical, mit dem er die Welt verändern möchte. Verständlicherweise bleibt da wenig Zeit, sich auch noch um das andere Geschlecht zu kümmern. Sehr zum Verdruss von seinem Vater (Mario Adorf; Ovo Casino), der Angst hat, dass Olaf das letzte Glied der jahrtausendealten Dynastie der Schuberts sein könnte. Also drängt er seinen einzigen Sohn, endlich für männlichen Nachwuchs zu sorgen.

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Auf ein Teechen mit Herrn Adorf ©: Wild Bunch Germany / Steffen Junghans

Doch dazu muss erst einmal eine Frau her, also gibt der Pullunderträger ganz altmodisch eine Kontaktanzeige auf. Das Unterfangen ist zwar nicht von Erfolg gekrönt, dafür lernt er aber durch Zufall Pamela (Marie Leuenberger) kennen. Der Tagträumer und die Wissenschaftlerin werden schnell ein Paar und nach einigen Anläufen landen sie schließlich auch gemeinsam im Bett. Damit hätte Pamela aus Olafs Sicht eigentlich ihren Job erledigt, denn er geht davon aus, dass sie schwanger ist. Doch die hat verhütet, sodass Olafs Samenspende nicht zum erhofften Ergebnis geführt hat. Dass Olaf auf diese Nachricht sichtbar enttäuscht reagiert, macht Pamela wütend und so scheint die Beziehung der beiden bereits beendet bevor sie richtig begonnen hat.

Eher was zum Schmunzeln

Wer den verschusselten Humor von Olaf Schubert mag, wird auch bei dessen ersten Leinwandauftritt auf seine Kosten kommen, neue Fans wird der verschrobene Dresdner jedoch nicht gerade gewinnen. Der gebürtige Plauener hat auch das Drehbuch beigesteuert und sich dabei sichtbar Mühe gegeben, nicht nur eine Aneinanderreihung von witzigen EInfällen abzuliefern. Dass ein Großteil der Gags trotzdem aus der Mottenkiste stammt, und man eher zum Schmunzeln animiert wird als – zumindest ab und zu einmal – lauthals  loszulachen, ist ein wenig schade. Zwar kommt die halbwegs originelle Story nicht zuletzt aufgrund der vielen Off-Kommentare etwas mühsam in Gang, nimmt dafür dann aber ordentlich Fahrt auf. Dies ist nicht zuletzt dem unverkrampften Spiel von Marie Leuenberger in der Rolle der Pamela zu verdanken, die als Gegenpart zum eher drögen Schubert dem Film die nötige Dynamik verleiht und der eigentliche Star dieser ansonsten nur bedingt komischen Komödie ist.