[030] Filmkritik: Jack Reacher: Kein Weg zurück

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2012 tauchte Regielegende Werner Herzog in Christopher McQuarries Romanadaption „Jack Reacher“ als geheimnisvoller Schurke auf und verlieh dem grundsoliden Actionthriller eine skurril-bedrohliche Note. Geschadet hätte ein solcher Coup auch der Fortsetzung nicht, die sich als wenig einprägsamer Verschwörungsreißer präsentiert.

Noch immer zieht der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher (Tom Cruise) ziellos durch die USA und sorgt gelegentlich für Recht und Ordnung. Als er Major Susan Turner (Cobie Smulders) bei der Verhaftung eines korrupten Sheriffs behilflich ist, möchte er die Leiterin seiner früheren Einheit unbedingt persönlich kennenlernen und macht sich daher auf den Weg zu seinem alten Hauptquartier. Dort angekommen, erfährt Reacher, dass Turner unter Spionageverdacht steht und inzwischen inhaftiert wurde. An ihre Schuld mag der Ex-Ermittler allerdings nicht glauben, weshalb er keine Zeit verliert und eigene Nachforschungen betreibt. Nur wenig später befinden sich Jack und Susan auf der Flucht vor einem skrupellosen Killer (Patrick Heusinger) und machen außerdem Bekanntschaft mit Reachers angeblicher Tochter Samantha (Danika Yarosh), die ebenfalls ins Fadenkreuz des Verfolgers gerät.

Jack reacher, 2, Action, Kino
Cruise is Back!

Zugrunde liegt dem Film der 18. Roman der beliebten Jack-Reacher-Reihe, die Schriftsteller Lee Child 1997 ins Leben rief. Regisseur Edward Zwick („Last Samurai“, „Blood Diamond“) und seine Koautoren fertigen aus dem sicherlich nicht übermäßig originellen Stoff eine recht schematische Hetzjagd, die allenfalls sporadisch fiebrige Intensität erreicht. Actionmomente und Verfolgungsjagden sind routiniert in Szene gesetzt. Echte Spannung kommt jedoch erst im Showdown auf, der sich vor dem Hintergrund eines Halloween-Umzugs in New Orleans abspielt. Ärgerlich ist vor allem der austauschbare und überraschungsarme Verschwörungsplot, der ebenso gut aus einem angestaubten B-Movie stammen könnte. Sorgte Werner Herzog im Vorgänger für einige interessante Irritationen, wird das Publikum hier mit 08/15-Gegenspielern abgespeist, die jegliches Charisma vermissen lassen.

Jack Reacher, Cobie Smulders, Tom Cruise
Cobie Smulders vs. Patrick Heusinger in Jack Reacher: Kein Weg zurück

Hollywood-Star Tom Cruise, der seit vielen Jahre im Genre des Actionthrillers zu Hause ist, legt den gerechtigkeitsliebenden Protagonisten mit Verve und großem Körpereinsatz als rauere Variation seiner „Mission Impossible“-Figur an. Auch er kann allerdings nicht kaschieren, dass „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ in die Kategorie „blasse Fortsetzung“ fällt. Überdeutlich versuchen Zwick und seine Mitstreiter, dem hochgradig generischen Treiben starke Emotionen beizumischen. Wirklich berührend sind die Momente, die um das potenzielle Vater-Tochter-Verhältnis kreisen, aber nicht, selbst wenn uns das Ende etwas anderes weismachen will.

Jack Reacher: Kein Weg zurück

Länge: 118 Min.
Regie: Edward Zwick
Darsteller: Tom Cruise, Cobie Smulders, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Robert Knepper, Aldis Hodge

Kinostart: 10.11.2016