Der Anfang der 1960er Jahre gedrehte Western „Die glorreichen Sieben“ gehört nicht nur zu den Klassikern des Genres, sondern vereint mit Yul Brunner, Steve McQueen, James Coburn, Charles Bronson sowie dem damals noch weitgehend unbekannten Horst Buchholz eine Starbesetzung vor seiner Kamera. Nun kommt eine sachte modernisierte Wiederauflage des Films in unsere Kinos, in der Denzel Washington, Chris Pratt und Ethan Hawke in den tragenden Rollen zu sehen sind.

Die Handlung ist in ihrem Grundgerüst in beiden Werken identisch: Die Bewohner einer kleinen Stadt werden von dem tyrannischen Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) und seiner Söldnertruppe brutal drangsaliert und sollen schließlich vertrieben werden. Doch die Menschen wehren sich und heuern dazu den berühmten Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Washington) an. Der scharrt noch weitere sechs Outlaws und Revolverhelden verschiedenster Provenienz um sich. Gemeinsam mit den Städtern erarbeiten sie einen Plan, wie sie Bogue für immer loswerden können, was angesichts der Überlegenheit von dessen Männern in Anzahl und Ausstattung ein echtes Himmelfahrtskommando darstellt.

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Sie reiten wieder. Mit dabei: Denzel Washington, Ethan Hawke und Chris Pratt. © Sony Pictures

Actionspezialist Antoine Fuqua („Training Day“, „The Equalizer“) hat sich das Original sehr genau angeschaut und weiß deshalb, wie ein Western auszusehen hat. So arbeitet er die Liste der Genre-Standards, seien sie visueller oder inhaltlicher Natur, Punkt für Punkt ab. Und da die 1960er Jahre nun schon eine Weile passé sind und man nicht mehr Buddymäßig im Salon sondern im Online Casino Deutschland Glückspiele spielt, wird das Ganze noch ein wenig dem derzeit in Hollywood so dominanten Zeitgeist der Diversität angepasst. So sind die sieben Titelhelden naheliegenderweise nicht mehr nur weiße Cowboys, sondern ihr Anführer ist ein Schwarzer und unter seinen Mitstreitern finden sich ein Asiate, ein Indianer und ein Mexikaner. Und schließlich gibt es sogar noch Platz für die derzeit ebenfalls obligatorische starke Frauenrolle in Verkörperung der Anführerin der Stadtbewohner.

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Zeigt die Richtung an: Denzel Washington. © Sony Pictures

Natürlich weiß Fuqua auch, wie man solch eine Geschichte für den Zuschauer packend über eine nicht gerade kurze Laufzeit von deutlich über zwei Stunden erzählt – was ihm von ein paar kleineren Durchhängern abgesehen entsprechend gut gelingt. Auch auf die Komponisten James Horner und Simon Franglen ist Verlass, denn sie lassen immer wieder Teile der berühmten Originalmusik in ihre Komposition einfließen. So machen hier eigentlich alle Beteiligten alles richtig, doch eins geht dabei trotz allem verloren – die Seele des Films. Denn letztlich hat Fuqua keine Idee, vor allem aber keinerlei Vision, wo er mit dem Stoff hin will. Oder besser gesagt: Warum er diesen so dringend noch einmal verfilmen wollte? Diese Inspirationslosigkeit fällt vor allem auf, wenn man die beiden so überaus gelungenen und erfolgreichen Western der vergangenen Jahre, Quentin Tarantinos „Django Unchained“ und „The Hatefull Eight“, als Vergleiche heranzieht. Dort kann man das Genre auf der Höhe der Zeit und des Zeitgeistes erleben, während Antoine Fuqua hier nur ein zwar schön anzusehendes und unterhaltsames, letztlich aber überflüssiges Klassiker-Remake abgeliefert hat.

Die glorreichen Sieben
Länge: 133 Minuten
Regie: Antoine Fuqua 
Darsteller: Denzel Washington, Ethan Hawke, Chris Pratt, Vincent D'Onofrio

Kinostart: 22. September 2016

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